Forderungen an die Stadt Magdeburg

Forderungen

  1. Wir fordern die Weiterführung und weitere Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen der Stadt Magdeburg und dem CSD Magdeburg e.V. Es soll ein vierteljährliches Treff en eines Gremiums zu Beratung von LSBTIQ*-Themen geben.

  2. Wir fordern die Bereitstellung von ausreichenden Mitteln für Räumlichkeiten des CSD Magdeburg sowie eine stetige Förderung des CSD Magdeburg e.V. und seiner Projekte. Außerdem fordern wir Transparenz sowie die Koordinierung der Vergabe städtischer Mittel im LSBTIQ*-Bereich.

  3. Die Mitarbeiter*innen in den Geflüchtetenunterkünften sollen für die spezielle Situation von LSBTIQ*-Geflüchtete weiter sensibilisiert und regelmäßig geschult werden. Anträge von LSBTIQ*-Geflüchteten zur Aufhebung der Wohnsitzverpflichtung (§12a Abs. 5 AufenthG) müssen unkompliziert und schnell entsprochen werden. Wir fordern gezielte und fachkompetente Unterstützung durch die Stadt, z. B. durch zeitnahe dezentrale Unterbringung und individuelle Beratung. Des Weiteren fordern wir die Errichtung einer zentralen Beratungsstelle für LSBTIQ*-Geflüchtete mit Aushängen an Hotspots, wie den Flüchtlingsheimen.

  4. Die Fallzahlen Homo-, Bi- und Transphober Gewalt steigen bundesweit. Wir fordern daher die Unterstützung für ein dauerhaftes Projekt zur Beratung von Opfern sowie die Erstellung einer anonymisierten Statistik für Beleidigungen und Angriffe.

  5. Bei öffentlichen Veranstaltungen sowie bei Präsentationen und Publikationen der Stadt fordern wir eine regelmäßige Einbeziehung der Projekte und Organisationen im LSBTIQ*-Bereich, um deren Arbeit wertzuschätzen und bekannter zu machen. Darüber hinaus fordern wir eine feste Verlinkung (Stopper, Button) unter magdeburg.de zur Website des CSD Magdeburg bzw. entsprechende Hinweise in eigenen Veröffentlichungen und dem Veranstaltungskalender der Stadt.

  6. Wir fordern eine verstetigende Finanzierung der Arbeit der AIDS-Hilfe Sachsen-Anhalt Nord e.V. in Magdeburg.

  7. Nach Veröff entlichung und umfassender Diskussion der Ergebnisse der vom Stadtrat beschlossenen und initiierten Befragung der Fachkräfte im Kinder- und Jugendbereich zur Lebenssituation von lesbischen, schwulen und trans*-Kinder und Jugendlichen in der Stadt Magdeburg müssen die Erkenntnisse in Maßnahmen münden. Inter*-Personen im Kinder- und Jugendalter sind gleichfalls zu berücksichtigen. Ein erforderlich werdender Maßnahmenkatalog ist mit den LSBTIQ*-Organisationen Magdeburgs zu erarbeiten und konsequent umzusetzen, die über die erforderliche Betroffenenkompetenz verfügen.

  8. Für städtische Mitarbeiter*innen, die in den Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe, Erziehung und Bildung, Soziales und Sport sowie in der Seniorenberatung, -betreuung und -pflege, an Stellen beschäftigt sind oder die den Kontakt zu Geflüchteten, Asylbewerber*innen sowie Migrant*innen haben, fordern wir verpflichtende Aus- und Weiterbildungen zum Thema sexuelle Identität sowie Diversitytrainings.

  9. Wir fordern zur Verbesserung der Lebenssituation von älteren LSBTIQ* eine kultursensible Seniorenarbeit und -pflege sowie spezifische kulturelle Bildungsangebote für diese Personengruppe, die deren Erfahrungen und sexuelle Identität berücksichtigt. Eine Zusammenarbeit zwischen dem Seniorenbeirat und den Einrichtungen der Altenhilfe einerseits sowie dem CSD Magdeburg e.V. und anderer LSBTIQ*-Vereine andererseits ist dabei unumgänglich. Die Initiierung einer solchen Zusammenarbeit durch die Stadt wird von unserer Seite als wünschenswert betrachtet.

  10. Wir fordern klare Zeichen der Solidarität durch Errichtung einer »Vielfalts-Ampel« auf dem Breiten Weg. Auf dieser Ampel sollen Lesbische, Schwule und Heterosexuelle Paare dargestellt werden.

  11. Wir fordern durch die Stadt und der MVB Unterstützung beim Projekt »Rainbow-Straßenbahn« nach dem Vorbild einiger deutscher Städte, wie zum Beispiel unserer Partnerstadt Braunschweig.